Festival Printemps Musical 2011
Ben l’Oncle Soul, Klaus Hoffmann & Band, Kurt Elling, Goran Bregovic, Tony Allen, Susana Baca, Abdullah Ibrahim, Bauchklang, Ernie Hammes, The Afro Cuban All Stars.
Stadt Luxembourg, 6. März – 25. Mai 2011
Seit 29 Jahren ist das Musikfestival „Printemps Musical“, das vom Luxembourg City Tourist Office (LCTO) organisiert wird, ein fester Bestandteil des Kulturkalenders der luxemburgischen Hauptstadt. Auch 2011 besticht das beliebte Festival der Hauptstadt Luxemburgs durch seine innovative World- und Jazzprogrammation. Mit dabei sind bekannte Stars, jedoch auch viele Neuentdeckungen, und eine Koproduktion, die in den verschiedensten Konzertsälen Luxemburgs stattfinden. Das Programm steht für Qualität und Offenheit, gewährt einen Einblick in die vielfältigsten Musikkulturen der Welt und trägt damit der multikulturellen Gesellschaft Luxemburgs Rechnung. Mit seinen beliebten Musikfestivals trägt das LCTO aktiv zur Attraktivität und zum kulturellen Leben der Hauptstadt bei und vermarktet sie als internationale Kulturstadt.
Programm 2011
Sonntag, den 6. März 2011 – Den Atelier – 20.30 Uhr
Ben l’Oncle Soul
Ben L’Oncle Soul konnte seinem Schicksal nicht entgehen. Bereits vor seiner Geburt spielte seine Mutter ihm Otis Redding vor, und die Musik von Aretha Franklin sog er praktisch mit der Muttermilch auf. In seiner Kindheit begegnete er den Klängen von Ray Charles, Sam Cooke, Donny Hathaway und Marvin Gaye. Er wusste zwar noch nichts davon, doch die Plattensammlung seiner Mutter enthielt bereits den Namen seines zukünftigen Arbeitgebers: Motown. Entdeckt wurde Ben im Jahr 2008 von Motown Frankreich, nachdem er seine Musik ins Internet gestellt hatte, und seitdem fügt er ein ums andere Kapitel hinzu zu den hochfliegenden Träumen seiner Kindheit.
Bühnenpräsenz hat er auf der Bühne selbst gelernt: Nachdem er die Grundlagen seines Gesangs in einem Gospelchor ausgebildet hatte, wurde schließlich Onkel Ben aus ihm, der ganz schnell ins kalte Wasser sprang und sich schon bald auf Augenhöhe mit den Größen des modernen Soul befand: Musiq Soulchild, Raphael Saadiq und India Arie, mit der er schließlich zusammen auf der Bühne stand. Wenn das einen Musiker nicht prägt! Als großer Hip-Hop-Fan und jemand, der Begegnungen liebt, arbeitete der aus Tours stammende Ben in der Folgezeit mit Hocus Pocus und mit Oxmo Puccino zusammen, aber auch mit Beat Assaillant, mit dem er schließlich auf Tournee ging und mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet. Nach einem gemeinsamen Titel auf einer CD des MC Américain arbeitete Ben mit dem Rapper an englischen Texten für sein erstes Album – Ben L’Oncle Soul.
Seine Namensänderung fiel mit dem Beginn seiner Arbeit bei Motown zusammen, wo Ende 2009 die EP „Soulwash“ erschien. Die Aufnahme der EP, die der Entspannung während der Aufnahmen für sein Album dienen sollte, brachten viel Spaß, was auf der Maxi-Scheibe auch zu hören ist, wie die teilweise lustigen und schrägen Coverversionen zeigen. Ben covert auf seine ganz eigne Art zum Beispiel die Spice Girls, Gnarls Barkley und Aqua. Nicht zu vergessen natürlich die White Stripes, deren Lied "Seven Nation Army" in der Oncle-Soul-Version die Radiocharts in Frankreich eroberte und Ben erst so richtig bekannt machte. Nicht schlecht für eine EP, die eigentlich nur so etwas wie ein Pausenfüller sein sollte!
Ben L’Oncle Soul ist ebenso zeitbewusst wie positiv, und seine Musik ist mit ihren Klängen und ihrer Bilderwelt der 60er Jahre ebenso kommunikativ wie warmherzig. Die Blechbläser von Stax und die Melodien aus der Motown-Zeit schaffen bei jedem seiner Stücke eine wahrhaft mitreißende Atmosphäre. Die Leichtigkeit, mit der er seine Worte einsetzt und der Humor, der seine Lieder immer wieder charakterisiert, schaffen trotz der Retroklänge einen Eindruck echter Modernität. Der Groove von Ben ist ganz klar amerikanisch, und er bewegt sich innerhalb der Standards dieses Genres, ohne aber dabei auch nur im Mindesten brav zu wirken. L'Oncle Soul ist so frei, sich auch den Crooners mit einer ersten, umfangreichen CD zu widmen. Dabei handelt es sich um eine Kollektion von Standards aus den 60er Jahren, die 2010 geschrieben wurden. Wenn man weiß, dass Motown in den 60er Jahren auch die "Hitfabrik" genannt wurde, dann ist auch der letzte Zweifel ausgeräumt: Ben L’oncle Soul konnte seinem Schicksal wirklich nicht entgehen!
Ben, l’Oncle Soul, Vocals
Gaël Cadoux, Keyboards
Loic Gérard, Schlagzeug
Olivier Carole, Bass
Christophe Lardeaux, Gitarre
Julien Duchet, Trompete, Saxophon Baryton
Ronan Mazé, Saxophone Tenor
Ulrich Kwasi et Opé Smith, Background Vocals
www.myspace.com/oncleben
Preis: 30€, Studenten unter 27 Jahren : 25 €
Sonntag, den 13 März 2011 um 20.00 Uhr, Grand Théâtre, Luxembourg
Klaus Hoffmann & Band – Tournee ”Das süsse Leben”
Nach dem erfolgreichen „Spirit“ – Programm, das er die letzten zwei Jahre, mit seiner Band und später nur von seinem Pianisten begleitet, spielte, kehrt der Chansonnier, Liedermacher, Schauspieler und Autor Klaus Hoffmann mit seinem neuen Album „Das süsse Leben“, das am 8. Okt. 2010 veröffentlicht wird , mit seiner Band auf die großen Bühnen zurück. In seinem 60. Lebensjahr will er „das süsse Leben“ mit seinen Fans auf die Bühne bringen und dabei nicht nur die neue CD, sondern natürlich auch die schönsten Lieder aus 40 Jahren Sängerleben präsentieren, wie unter anderem seine Jacques Brel- Adaptionen.
Klaus Hoffmann sagt was er denkt, spricht an, was ihn aufregt und was er verabscheut. Seine Texte sind ungeschminkte Erfahrungsberichte, seine Beobachtungen sind die eines Staunenden.Der charismatische Sänger der leisen Zwischentöne bringt mit Melancholie und heiterer Schwermut in wortgewaltiger, poesievoller Sprache in uns eine Saite zum klingen, die bewegt und nachdenklich macht.
Lieben – verlieren – lieben
Es geht weiter, kaum zu glauben. Fast vierzig Jahre Bühne, von den Theater und Filmausflügen ganz zu schweigen und nächstes Jahr werde ich 60. An sich kein Grund zu jammern. Aber ich sang doch vor 35 Jahren „ Ich will Gesang, will Spiel und Tanz. „ Wie werden Sänger älter?
Brel wollte es nicht, bekam Krebs. Mick Jagger will noch, Aznavour kann... Vor ein paar Jahren war mir das tägliche narzisstische Gerangel am Sternenmarkt zu viel oder auch zu wenig. Ich dachte, was soll das alles noch? Und spürte die Endlichkeit des Lebens. Dann sah ich vor ein paar Jahren Aznavour, zu seinem 82. Wie leicht er war, wie echt. Da war es wieder, irgendwas rief bei mir an und ich ging ran..... Am nächsten Tag tauschte ich zwei Gitarren gegen eine neue und begann ein neues Lied. Lieben – verlieren – lieben. Heute bin ich so unendlich dankbar, singen zu dürfen, wie ein Kind. Zu spielen, meine Welt zu kreieren, zu trösten, zu lieben. Francois Rauber, der Arrangeur von Jacques Brel, sagte mal zu mir: Du bezahlst dafür, dass du singen darfst, für dein eigenes Lied, eine eigene Stimme. Nach 365 Liedern, nach 37 eingespielten Platten, immer noch unterwegs mit meinen besten und wunderbarsten Musikern und immer wieder neu beginnen, sich erfinden, eine eigene Welt zimmern. Verlieren, lieben, verlieren und immer wieder von vorn. Das süsse Leben. Fünfzehn Lieder. Einhalt, Oasenlieder. Liebeslieder und natürlich Bilder meiner Stadt, die ich so oft verfluchte und doch so liebe. Zwei Jahre haben wir daran gearbeitet, Hawo Bleich und ich. Dann kamen die Jungs, dann erst die Münchner Philharmoniker und so weiter. ES IST MEIN BESTES ALBUM, DAS REIFSTE, DAS VERSPIELTESTE, DAS ROMANTISCHSTE UND ÜBERHAUPT... ! Ein Vorteil des Alters ist: Man darf sagen was man will, nicht nur was man kann! Ich brauche keinen fremden Anzug, keine aufgesetzten Phrasen. Ich brauche nur Dich, die Gitarre, das Meer und den Jungen, der ich immer war.
Klaus Hoffmann, Gesang, Gitarre
Hawo Bleich, Klavier, Keyboards
Michael Brandt, Gitarre, Mandoline
Peter Keiser, Bass
Stephan Genze, Schlagzeug
www.klaus-hoffmann.com
Eintrittspreis: 30 €
Freitag, den 18. März 2011 – Conservatoire de Musique – 20.00 Uhr
Kurt Elling
Kurt Elling ist einer der führenden Jazzsänger weltweit. Die ”Jazz Journalists Association” ernannte ihn in den vergangenen 10 Jahren über ein halbes Dutzend Mal zum “Sänger des Jahres” und in demselben Zeitraum gewann er mehrere Jahre in Folge die ”DownBeat Critics Poll”. Außerdem ist er Grammy-Preisträger und bisher war jedes Album, das er aufgenommen hat, für einen Grammy nominiert.
Mit seiner warmen Bariton-Stimme umspannt Kurt Elling vier Oktaven und er besitzt sowohl erstaunliche technische Fähigkeiten wie auch emotionale Tiefe. Seine Beherrschung von Rhythmus, Struktur, Formulierung und Dynamik gleicht mehr einem virtuosen Jazzinstrumentalisten als einem Sänger. Sein Repertoire umfasst Originalkompositionen und moderne Interpretationen von Standards, und alle sind der Ausgangspunkt für inspirierte Improvisation, Scat, gesprochenen Text und Poesie. Laut der New York Times ist “Kurt Elling der herausragende Sänger unserer Zeit.” Kurt Elling hat bereits mit zahlreichen namhaften Künstlern gearbeitet – darunter Terence Blanchard, Dave Brubeck, Jon Hendricks, Charlie Hunter, Al Jarreau, Christian McBride und Kurt Rosenwinkel.
Kurt Elling ist ein bekannter Vocalese-Sänger — Schreiben und Interpretieren von Texten über Aufnahmen von improvisierten Jazzsolos. Als würdiger Nachfolger der Jazzpioniere Eddie Jefferson, King Pleasure und Jon Hendricks legte Kurt Elling seine eigenen Texte über improvisierte Solos von Wayne Shorter, Keith Jarrett und Pat Metheny. Oft bezieht er Bilder und Verweise auf Schriftsteller wie Rilke, Rumi, Neruda und Proust in seine Arbeiten mit ein.
2010 war ein außerordentlich kreatives Jahr für Kurt Elling. Er war auf einer ausgedehnten Tournee mit den ”Monterey Jazz Festival All-Stars” und mit dem französischen Akkordeonvirtuosen Richard Galliano führte er im Lincoln Center die Jazz-Kreation ”Passion World” auf. Außerdem hat Kurt Elling gerade ”The Gate” fertiggestellt, eine neue Studioaufnahme für Concord Records. ”The Gate” (Produzent: Don Was (The Rolling Stones, Bonnie Raitt) erscheint im Februar 2011.
Kurt Elling, Gesang
Laurence Hobgood, Klavier, musikalische Leitung
John McLean, Gitarre
Harish Raghavan, Bass
Ulysses Owens, Schlagzeug
Tickets : 25/20/12 €, Studenten unter 27 Jahren: 20/15/10 €
Montag, den 21. März 2011 – Philharmonie – 20.00 Uhr
Goran Bregovic Wedding and Funeral Band
Goran Bregovic avancierte durch seine Zusammenarbeit mit Emir Kusturica vom Rockstar im ehemaligen Jugoslawien zu einem Künstler von internationalem Rang. Goran Bregovic ist der Durchbruch der Balkanmusik zu verdanken. In seiner Musik fließt alles zusammen, stets getragen von den emotionalen Extremen des Balkans: himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Er sagt selbst, dass es in seiner Musik eine echte Diskrepanz gibt: „Meine Musik wird auf Beerdigungen ebenso gespielt wie auf vergnügten Hochzeiten“. Es ist eine weitherzige Musik, eine volkstümliche Musik, eine Musik des Volkes, komponiert und gespielt von und für Familien, Festessen, Feiern und andere besondere Ereignisse im Leben.
Goran Bregovic gilt heute als einer der berühmtesten Komponisten in Europa, auch wenn sich sein Leben heute zwischen Frankreich, Serbien und den Vereinigten Staaten abspielt. Namhafte Gäste wie Césaria Evora oder Iggy Pop nehmen in seinen Kompositionen einen wichtigen Platz ein. Goran Bregovics Musik ist oft eine Neuschöpfung, er zelebriert das musikalische Vermächtnis des Balkans wo ethnische Barrieren nicht mehr existieren. Traditionelle Instrumente und Harmonien kleidet er in ein zeitgemäßes Gewand.
Mit seinem neuen Programm „Alkohol“ präsentiert Goran Bregovic ebenso neue Lieder wie ältere Kompositionen, traditionelle Balkanmusik oder für andere Sänger komponierte Stücke. Alle wurden durch den Wolf der Zigeunermusik gedreht, unzeitgemäße Bläser, wilde Rhythmen, alkoholyrische Sänger und Sängerinnen. Goran Bregovic auf der Bühne: trocken, direkt, ungestüm und ungefiltert.
Goran Bregovic, Gesang, Gitarre, Tasteninstrumente
Alen Ademovic, Gesabg, Goc (trad. drum)
Bokan Stankovic, Trompete
Dalibor Lukic, Trompete
Stojan Dimov, Saxophone, Klarinette
Aleksandar Rajkovic, Posaune, Glockenspiel
Milos Mihajlovic, Posaune
Ludmilla Radkova-Trajkova, Gesang
Tickets: 40/30/20 €, Studenten unter 27 Jahren: 30/20/15 €
Mittwoch, den 23. März 2011 – Den Atelier – 20.30 Uhr
Ernie Hammes & CUBOP – CD release „Sanfrancha“
”Back to the roots”. Mit der Produktion des neuen Albums ”Sanfrancha” beweist Ernie Hammes sein ganzes Können im Bereich des latin jazz. Als bekannter Trompeter ist Ernie Hammes Meister sämtlicher musikalischer Genres; doch immer schon richtet sich seine große Liebe auf die lateinamerikanischen Klänge und Rhythmen. ”Sanfrancha”, ein Album voller Wärme, Virtuosität und Improvisation, deren Originalkompositionen von dem Protagonisten selbst sowie von seinem Freund und Mentor Claudio Roditi geschrieben wurden.
Es ist völlig überflüssig, in unserem Land einen Musiker wie Ernie Hammes vorzustellen, der seine Karriere als Profi-Musiker bereits vor nahezu 25 Jahren begann. Und dennoch. Als Solo-Trompeter bei der Musique Militaire Grand-Ducale seit 1987, setzt Ernie seine Ausbildung 1996/1997 an der Manhattan School of Music in New York in der Klasse von Lew Soloff fort. Im Jahr 1997 nimmt er seine erste CD ”Festival” auf, drei Jahre später erscheint seine erste Jazz-cd ”Stepwise” unter Mitwirkung von Lew Soloff und Bob Mintzer. Die nicht zu verleugnenden musikalischen Qualitäten von Ernie Hammes bleiben in der internationalen Jazz-Szene nicht unbemerkt. Während seines Aufenthaltes in New York trifft er auf die bekannten Musiker der New Yorker Szene. Mit ihnen tritt er in den renommierten Clubs in New York wie dem Birdland oder dem Blue Note auf.
Es folgen Engagements mit Maynard Ferguson, The Duke Ellington Orchestra, Chaka Khan, Paul Anka, Youssou ‘n Dour, The Dizzy Gillespie All Stars, Carla Bley & Steve Swallow Big Band… diese formen seine musikalische Handschrift und machen aus ihm einen vollendeten Musiker. Während seiner internationalen Laufbahn spielt Ernie Hammes auf den angesehensten Jazz-Festivals weltweit: Chicago Jazz Festival, Pori Jazz Festival, Newport Jazz Festival, New Orleans Jazz Festival, Jazz à Vienne, North Sea Jazz Festival, Montreux Jazz Festival, Umbria Jazz Festival…
Während seiner musikalischen Karriere nahm Ernie Hammes 5 CDs unter seinem eigenen Namen auf und war an der Aufnahme des Live-Konzerts von Ronnie Scotts in London der Maynard Ferguson Big Bop Nouveau Band (2006) beteiligt. Im Jahr 2007 wirkt er an Youssou ‘n Dours Dokumentarfilm ”Retour à Gorée” mit.
Anlässlich des Abends zur Vorstellung der CD ”Sanfrancha” wird Ernie Hammes durch seine gewohnte Band und einige hochrangige musikalische Gäste begleitet, insbesondere Claudio Roditi und Bart Plateau.
Ernie Hammes, Tompete, Flügelhorn
Claudio Roditi, Tompete, Flügelhorn
Johannes Muller, Saxophon
Bart Plateau, Flöte
Pierre-Alain Goualch, Klavier
Eric Durrer, Percussion
Jean-Louis Rassinfosse, Bass
Sven Happel, Bass
Chris Strik, Schlagzeug
Tickets: 20 € < 27 Jahren: 15 €
Freitag, den 1. April 2011, Den Atelier, 20.30 Uhr
Tony Allen
Tony Allen gilt seit langem als bester Schlagzeuger Afrikas und ist einer der einflussreichsten Musiker des Kontinents. Schon in den Endsechzigern kam es in Kalifornien und Lagos mit Musikern wie James Brown, Sly Stone und Miles Davis zum wechselseitigen Kontakt. Tony Allens unwiderstehlicher Rhythmus hat über die Jahrzehnte hinweg unglaublich viele Verehrer gefunden, und über ihn meint Brian Eno, Tony Allen sei wahrscheinlich einer der großartigsten Schlagzeuger aller Zeiten.
An der Seite von Fela Kuti, mit dem er 15 Jahre zusammenspielte, erfand er den Afrobeat, einen treibenden, funkigen, politisch aufständischen Stil, der nicht nur innerhalb der afrikanischen Musik eine treibende Kraft wurde, sondern auch weltweit einflussreich war. ”Without Tony Allen, there'd be no Afrobeat.” – Fela Kuti. 1986 siedelte er nach Paris über, experimentierte weiterhin mit Afrobeat, Funk, Jazz und elektronischen Einflüssen, ließ sich auf Manu Dibangos Album "Wakafrika" hören. Als Sessiondrummer für Grace Jones, Charlotte Gainsbourg, Air, Groove Armada und Randy Weston machte er sich viele neue Freunde. Darunter Damon Albarn, Mastermind der Bands Blur und Gorillaz. Gemeinsam gründeten sie die ästhetisch und kommerziell erfolgreiche Formation ”The Good, The Bad & The Queen“. Ihn interessiere einfach alles, meint Tony Allen: „Ich bin kein atmendes Metronom, keiner, der nur den Rhythmus hält. Ich muss kreativ trommeln, also bin ich leicht dazu zu überreden, mit jungen Leuten zu arbeiten.”
Nun ist Tony Allen überraschend wieder beim guten, alten Afrobeat gelandet. Mit „Secret Agent“ hat er gerade ein vor Energie überquellendes Album beim renommierten Worldmusic-Label World Circuit veröffentlicht. „Ich dachte lange, dieses Kapitel wäre für mich abgeschlossen“, sagt er: „Jetzt bin ich von mir selbst überrascht.“ Auf „Secret Agent“ ist wieder alles da, was das Genre ausmacht: Rebellion und ganz viel Rhythmus!
”There is no question that Tony Allen is a genius, one of the greatest percussionists in the history of popular music” (The Guardian)
Tony Allen, Schlagzeug
Audrey Gbaguidi, background vocals
Fixi, Keyboards
Claude Dibongue, Gitarre
Kologbo, Gitarre
Rody Cereyon, Bass
Nicolas Giraud, Trompete
Jean-Jacques Elangue, Tenor Saxophon
Yann Jankielewicz, Bariton Saxophon
www.myspace.com/tonyallenafrobeat
Tickets: 25 €, Studenten unter 25 Jahren: 20 €
Dienstag, den 3. Mai 2011 – Philharmonie - 20.30 Uhr
Abdullah Ibrahim Trio
Der Name Abdullah Ibrahim gehört so untrennbar zur Jazzgeschichte wie Duke Ellington, John Coltrane, Ornette Coleman oder Don Cherry. Mit allen genannten Musikern hat der Pianist eng zusammengearbeitet, und doch ist seine Lebensgeschichte eine ganz einzigartige Story, die eng mit den globalen Geschicken des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Als Adolphe Johannes Brand 1934 in Kapstadt geboren, arbeitete er unter dem Namen Dollar Brand ab 1949 als Berufsmusiker. Was das zu Zeiten der Apartheid in Südafrika bedeutete, muss hier nicht näher ausgeführt werden.
1962 setzte er sich nach Europa ab, trat vor allem in der Schweiz und Dänemark auf und wurde 1965 von Duke Ellington entdeckt, der eine Session für Reprise Records ansetzt und dort das Dollar Brand Trio vorstellt. In den nächsten Jahren spielt das Trio auf den grossen europäischen Festivals und treten laufend im Radio und TV auf. 1965 geht es für das Dollar Brand Trio dann auch in die USA, das Newport Festival ist dabei nur eine von vielen Stationen der ausgedehnten Tour. Ein Jahr später springt Abdullah Ibrahim für Duke Ellington ein und leitet das Duke Ellington Orchestra durch fünf Shows. : "I did five dates substituting for him. It was exciting but very scary, I could hardly play". Abdullah Ibrahim gehört von nun an zur Avantgarde der New Yorker Jazzszene und schulte an der Seite von Ornette Coleman und John Coltrane nicht nur seinen Sinn für Improvisation, sondern begab sich auch auf ein spirituelles Gleis, das er bis heute nicht mehr verlassen sollte.
1968 konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an, der im Lauf der nächsten Jahrzehnte ganz behutsam das Trademark Dollar Brand ablöste. In den siebziger und achtziger Jahren war er die Integrations- und Kulminationsfigur für afrikanischen Jazz schlechthin. Die Abschaffung der Apartheid war auch für Abdullah Ibrahim ein Befreiungsschlag. 1994 spielte er auf der Amtseinführung Nelson Mandelas. Abdullah Ibrahims Ton ist von nahezu erschütternder Klarheit. Was sich für den Jazz-Kenner wie ein Höchstmaß musikalischer Reduktion auf die Essenz des Ausdrucks ausmacht, ist für den jazzfremden Hörer einfach nur entwaffnend schöne Musik.
Abdullah Ibrahim, Klavier
Belden Bullock, Bass
George Gray, Schlagzeug
www.abdullahibrahim.com
Koproduktion LCTO - Philharmonie
Tickets: 40/30/25 €, Studenten unter 27 Jahren: 24/18/12€
Freitag, den 6. Mai 2011 – Den Atelier – 20.30 Uhr
Bauchklang
Die Geschichte von Bauchklang liegt bereits einige Jahre zurück. Fast fünfzehn Jahre mittlerweile. In der Hauptstadt Niederösterreichs, in Sankt Pölten, liegt der Ausgangspunkt. Peu á peu erfanden die fünf Vocalisten Andi Fraenzl, Alex Böck, Gerald Huber, Christian Birawsky und Philipp Sageder das Genre A-Cappella praktisch neu und übersetzten es ins dritte Jahrtausend. Mit virtuoser Stimmbeherrschung, Mouth Percussion und Human Beatboxing generieren Bauchklang einen Gesamtsound, dessen breites Klangspektrum, rhythmische Akzentuierung und brachiale Massivität für das Publikum kaum fassbar ist. Und umso mehr beeindruckt. Bauchklang verbinden und verdichten Dub, Elektro, HipHop, Drum’n’Bass und World Music zu facettenreichen, komplexen Klangbildern, grooveorientiert, dicht gewebt und zugleich sphärisch.
So vielseitig also der Sound, so puristisch die Mittel, mit denen er erreicht wird: Fette Beats und markante Loops erschaffen sie lediglich mit dem, was ihre Stimmbänder und Zwerchfelle hergeben. Beatboxing nennt man das, eine Spielart der Hip Hop Kultur, die allgemein bekannt sein dürfte. Doch das Beatboxen wird hier zu mehr als nur der Untermalung von Rap-Parts. Zwar bietet die Band ihrem Frontmann eine ideale Basis für seine energetischen Zungenbrecher, die heimlichen Stars sind jedoch die Mundartisten selbst, die Beeindruckendes leisten, wenn sie zu menschlichen Percussions, Drums, Samples oder auch Synthies werden.
Spätestens 2001 mit ihrem Auftritt in Frankreich am ”Festival Transmusical in Rennes” wurde das Interesse der Medien auch europaweit geweckt. Es folgten renommierte Festivals und ausgewählte Clubs in Europa. 2002 wurden Bauchklang mit zwei “Amadeus Awards” als bester Alternative Act und für ihr Debutalbum „Jamzero“ ausgezeichnet. Ihr Erfolg hat das Quintett letztendlich bis nach Übersee gebracht, wo sie u.a. beim Jazzfest in Montreal oder im „Blue Frog Club“ in Mumbai mit Begeisterungsstürmen aufgenommen wurden.
Bauchklangs Herangehensweise ist durch und durch organisch und darum eine bemerkenswerte Seltenheit im zeitgenössischen Musikgeschehen - vor allem, weil sie dabei trotzdem so klingen, als hätte der Club-DJ all seine tanzbaren Samples zusammengemixt.
Im September 2010 wurde Bauchklang zum wiederholten Mal mit dem österreichischen Musikerpreis ”Amadeus” in den Kategorien ”best alternative act” sowie ”best live act” ausgezeichnet.
Andi Fraenzl: lead vocals, human sounds
Gerald Huber: beatbox, human sounds
Alex Boeck: human bass
Christian Birawski: mouthpercussion, human sounds, beatbox
Phillip Sageder: human sounds, backing vocals
http://bk.designbuero.com/
Tickets : 25 €, Studenten unter 27 Jahren: 20 €
Sonntag, den 15. Mai 2011 – Conservatoire de Musique – 20.00 Uhr
Susana Baca
Vorgruppe: Raquel Barreira & Joao Godinho & Paulo Simoes
Susana Baca ist die ”grande dame” aus Peru, die ohne Zweifel mit Cesaria Evora oder Amalia Rodrigues verglichen werden kann. Es war eine dieser glücklichen Fügungen, der Susana Baca ihren internationalen Erfolg verdankt. Der Spanischlehrer von David Byrne (ex Talking Heads-Sänger) hatte dem Musiker Kassetten von Susana Baca geliehen, denn Byrne wollte die Sprache anhand von Liedtexten lernen. Von der peruanischen Sängerin aber, die auf den Aufnahmen zu hören war, zeigte er sich derart begeistert, dass er sie kurzerhand für sein Weltmusik-Label Luaka Bop unter Vertrag nahm.
Susana Baca wurde in Chorillo geboren, einem Fleck an der peruanischen Küste vor den Toren von Lima. Dort siedeln seit den Tagen des spanischen Kolonialreichs die Nachfahren ehemaliger Sklaven, die zur Arbeit in den Minen aus Afrika in die Neue Welt verschleppt wurden. Ihr Vater war Gitarrist, ihre Mutter Tänzerin, und so wuchs Susana Baca in einem Haushalt auf, in dem Musik an erster Stelle stand. In ihrer Jugend hörte sie gerne kubanische Schlager und als Studentin gehörte sie einer experimentellen Musikgruppe an, die Poesie und Tanz verband. Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung stieß sie jedoch wieder auf jene Lieder, die sie im Kreis ihrer Familie gelernt hatte - ein Korpus an Liedern und Tänzen, die in Peru noch weitgehend unerforscht waren.
Mit ihrem Ehemann Ricardo Pereira gründete sie 1992 das ”Instituto Negro Continuo” in Lima, das sich der Erforschung und Pflege der afro-peruanischen Kultur verschrieben hat, mit Bibliothek, Tonarchiv und Studio. Auf all ihren Alben bezieht sich Susana Baca auf afro-peruanische Traditionen, aber auch auf afrikanisch geprägte Gesänge aus der Karibik, Nordamerika oder Brasilien. Damit schlägt sie den Bogen zu anderen Traditionen, die ihren Ursprung in den transatlantischen Sklavenrouten haben. Gleichzeitig schafft sie jedoch auch einen Brückenschlag in die Moderne, denn ihre in New York produzierten Tracks wurden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Jazzmusikern, etwa Gitarrist Marc Ribot oder dem Organist John Medeski realisiert.
www.susanabaca.com
Tickets: 25/20/12 €, Studenten unter 27 Jahren: 20/15/10 €
Mittwoch, den 25. Mai 2011 – Den Atelier – 20.30 Uhr
The Afro Cuban All Stars
Als Juan de Marcos Gonzalez, begnadeter Bandleader der Afro Cuban All Stars und ein ebenso fantastischer tres-Spieler, in Havanna aufwuchs, waren die angesagten Bands seiner Zeit – selbst im kommunistischen Kuba – King Crimson, Yes und Jethro Tull. Doch der junge Juan bevorzugte statt Prog-Rock son, guaracha und rumba und empfindet es bis heute nach wie vor als Auftrag, diese Tradition kubanischer Musik am Leben zu erhalten.
So sind seine Produktionen mit den Afro Cuban All Stars, dem Buena Vista Social Club oder auch Sierra Maestra immer auch eine Referenz an seine Helden, die legendären “soneros” (Sänger) aus der Goldenen Zeit. Seit den späten siebziger Jahren spielte Juan de Marcos mit der son-Gruppe Sierra Maestra und versuchte parallel, sich weitere eigene Wünsche zu erfüllen. So verfolgte er beispielsweise jenen Traum, “all die großen und noch lebenden Stars der 40er und 50er Jahre mit jungen Musikern in einem Orchester zu vereinen, um kubanische Musik zu spielen, die die Kontinuität der Tradition zeigt”.
Die Ergebnisse sind heute weltbekannt und tragen Namen wie Buena Vista Social Club und Afro Cuban All Stars. Für das Repertoire dieses Ensembles unternahm Juan de Marcos akribische Studien alter Big Band Arrangements, um einerseits den Geist der einst geschriebenen Musik zu erfassen und diesen in einem zweiten Schritt auf neuere, moderne Ausdrucksformen zu übertragen. Die re-interpretierten Rhythmen im zeitgenössischen Gewand repräsentieren eine große Stielvielfalt: danzon, son montuno, guaguanco, mambo und gujira – der Klang ist akustisch, die Atmosphäre aber elektrisch.
“Ich denke”, so Juan de Marcos Gonzalez, ”es existiert eine Krise in der modernen kubanischen Tanzmusik. Der Stil, der das Radio in Havanna füttert, killt den son. Son fusioniert mit Rap-Musik sehr schlechter Qualität. Die modernen kubanischen Tanzorchester haben alle den gleichen Klang. Sie wiederholen sich, bis es langweilig wird.” Juan de Marcos Gonzalez versteht sich und seine Musik als eine Antwort auf diese Ideenlosigkeit und Uniformität. Er will keinen Rückfall in eine andere Ära sondern der großen kubanischen Tradition Vielfalt einflößen.
Juan de Marcos Gonzalez, Tres & Band Leader
Evelio Galán, Gesang
Emilio Suárez, Gesang
José Gil Piñera, Gesang
Miguelito Valdes de la Hoz, Trompete & Flügelhorn
(Chucho Valdes, Buena Vista Social Club, Omara Portuondo)
Yaure Muniz, Trompete & Flügelhorn
(Ruben Gonzalez, Buena Vista Social Club, Ibrahim Ferrer)
Igort Rivas, Trompete & Flügelhorn
(Bamboleo, Buena Vista Social Club, Ibrahim Ferrer)
Alberto ”Molote” Muñoz, Posaune
(Gonzalo Rubalcaba, Chucho Valdes, Buena Vista Social Club)
Jorge Reiner Ardiles, Posaune
(Rumbavana, Charangon)
Gabriel Hernández, Klavier
(Dizzy Gillespie, Roy Hargrove)
Alberto Pantaleón Hernandez, Bass
(Willie Colon, Chucho Valdes)
Miguelito Valdés Aballi, Congas
(Orquesta Filarmonica de Mexico, Celia Cruz, Elvis Crespo)
José ”Pepito” Espinosa, Bongos
(Buena Vista Social Club, Ibrahim Ferrer Orchestra)
Calixto Oviedo, Percussion
(Arturo Sandoval, Wynton Marsalis, Sting, Chucho Valdes)
www.afrocubanallstarsonline.com
Vorverkauf
Online Verkauf
Alle Konzerte: www.luxembourgticket.lu
Konzerte im Atelier (Ben l'Oncle Soul, Ernie Hammes & Cubop, Tony Allen, Bauchklang, The Afro Cuban All Stars): www.atelier.lu, www.e-ticket.lu
Konzerte in der Philharmonie (Goran Bregovic und Abdullah Ibrahim Trio): www.philharmonie.lu
Vorverkaufsstellen
Luxembourg City Tourist Office (place Guillaume II, Luxembourg)
Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster (Grund, Luxembourg)
Grand Théâtre (rond-point Schuman, Luxembourg)
Conservatoire de Musique (33, rue Charles Martel, Luxembourg-Merl)
Centre des Arts Pluriels Ed Juncker (1, place Marie-Adelaïde, Ettelbrück)
Esch City Tourist Office (21, place Boltgen, Esch-sur-Alzette)
Cube 521 (1 – 3, Driicht, Marnach)
Trifolion (9, Parvis de la Basilique, Echternach)
Reservierungen
Luxembourg Ticket Call Center (+352) 470895-1, ticketlu@pt.lu
Montag - Freitag, 10.00 – 18.30 Uhr. Reservierungen sind gültig bis 5 Tage vor Konzertbeginn. Nicht abgeholte Tickets werden danach vom Organisator annulliert.
Organisation / Infos:
Luxembourg City Tourist Office
P.F. 181, L-2011 Luxemburg, Tel. (+352) 222809, Fax: (+352) 467070, touristinfo@lcto.lu
Kommunikation und Medien/ Akkreditationen
cathy.giorgetti@lcto.lu, tel : (+352) 4796 4722, cell : (+352) 691 984722, fax: (+352) 467070