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Die Festungsstadt


Als Graf Siegfried im Jahre 963 den Felsvorsprung über der Alzette erwarb, welchen man seit Ende des Mittelalters den "Bock" nennt, hatte er ohne Zweifel strategische Kriterien mit bedacht. Dieser Ort eignete sich hervorragend für Befestigungen. Der Graf ließ dort eine Burg errichten, um die sich im Laufe der Zeit eine Ansiedlung bildete, welche man jedoch erst zwei hundert Jahre später mit dem Begriff Stadt bezeichnen kann. Mitte des XII. Jahrhunderts umgab sie sich mit einer festen Stadtmauer (auf Höhe der heutigen "Rue du Fossé", der "Grabenstraße").    
Unter dem Druck einer steigenden Zahl von Einwohnern wird die Stadt im XIV. Jahrhundert mit dem Bau neuer Schutzwälle nach Westen hin erweitert (auf Höhe des heutigen "Boulevard Royal"). Das Stadtgebiet vergrößert sich dadurch von 5 auf 23 Hektar; und erst im letzten Drittel des XIX. Jahrhunderts wird die Stadt endlich diese "Begrenzung" aus dem XIV. Jahrhundert überschreiten.
Wie viele Städte im Mittelalter, ist Luxemburg zu einer befestigten Stadt geworden. Auf drei Seiten - im Süden, im Osten und im Nordosten - war sie von den tiefen Tälern der Petruß und Alzette umgeben. Verstärkt durch entsprechende Bauten war sie über diese Steilhänge vollkommen unzugänglich. Auf seiten der Ebene, im Westen und Nordwesten, versperrten mächtige Wälle und Stadtmauern den Weg.

Die Stadt ist vor 1443 niemals einer echten Belagerung ausgesetzt gewesen. In jenem Jahr wird sie jedoch von "Philipp dem Guten, Herzog von Burgund" durch einen Überraschungsangriff eingenommen. Eine neue Epoche zeichnet sich ab für Luxemburg, seit 1354 in den Rang eines Herzogtums erhoben. Es wird in das Gebiet der Niederlande eingegliedert und dadurch in die Auseinandersetzungen zwischen den Valois-Bourbonen und den Habsburgern im XVI., XVII. und XVIII. Jahrhundert hineingezogen.

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